Nachdem sich in den vergangenen Wochen Zehntausende am Namensfindungsprozess eines Tunnels in Schwäbisch-Gmünd beteiligten, war heute nun endlich der Tag der Entscheidung da. Der Gemeinderat nutzte die einmalige Gelegenheit zum Stadtmarketing, verlegte die öffentliche Sitzung ins örtliche Congress Centrum und ließ diese medienwirksam per Livestream im Internet übertragen. Was am Ende dabei herauskam, war nicht mehr als ein fader Kompromiss. Anstelle des Tunnels soll nun das örtliche Schwimmbad in Bud Spencer Bad umbenannt werden.
In der ca. 90-minütigen Sitzung erklärten die Sprecher beinahe aller Fraktionen einmütig, wie unvorbereitet sie dieser mediale Sturm getroffen hätte - und wie sehr sie sich über das Interesse für ihre Stadt freuten. Da die Mehrheit der für „Bud Spencer“ abgegebenen Stimmen jedoch nicht aus dem Ort selbst käme, tue man sich schwer, das Facebook-Voting zu akzeptieren. Lediglich die Linke entkräftete dieses Argumente damit, dass man sich nicht in seinem regionalen Schneckenhaus verkriechen dürfe. Schließlich dürfe man sich in einer immer näher zusammenrückenden Welt externen Einflüssen nicht grundsätzlich verschließen. Zudem sei der Tunnel ja gerade für Durchreisende extrem sichtbar. Stimmt, meinen Sie? Dann wären Sie definitiv Teil einer verschwindend geringen Minorität im Gemeinderat der kleinen süddeutschen Gemeinde, von der bis vor ein paar Tagen allenfalls eingefleischte „Schwäbisch-Gmünd-Fans“ überhaupt gehört hatten: Mit nur sieben Gegenstimmen fiel das Votum nämlich mehr als deutlich aus - für einen Namen mit regionalem Bezug.
Doch man hat dazugelernt: Im Gegenzug soll nun das örtliche Schwimmbad in Bad-Spencer umbenannt werden - ein Brüller, klasse!!!!
Also, was lernen wir daraus? Die Macht des digitalen Mobs und der Social Media Community ist in Schwäbisch-Gmünd ganz besonders eines – weit, weit weg. So lässt sich das Ergebnis natürlich leicht vom Tisch fegen. Das Bild, welches sich daraus für die Jugendlichen (auch die ortsansässigen wohlgemerkt!) ergibt, ist allerdings ebenso eindeutig: Demokratie funktioniert nur dann, wenn keiner der Politiker was dagegen hat. Schade…
Zum Glück haben jedoch nicht alle ihren Glauben an die Macht des Volkes verloren, wie es scheint: Die versöhnlichste Aussage des Tages findet sich so auch in der Facebook-Gruppe der „unterlegenen“ Tunnel-Aktivisten. Laut dieser ist es letzten Endes nicht der Gemeinderat, der entscheiden wird, wie der Tunnel heißt, sondern die Leute. Die Politiker legen lediglich fest, was auf dem Schild stehen wird.
Apropos Stadtmarketing: Uns würde jetzt noch wahnsinnig interessieren, wie der Social Media Krisenkommunikationsplan der Stadtältesten aussieht. Es gibt doch bestimmt einen…?
Probe | abstimmung (die): Test zur Erforschung des Abstimmungsverhaltens, und mitnichten...
Stein | laus (die): Petrophaga lorioti; zur Familie der Lapivora gehörende einheimische …
18. Mai 2012
Internationaler Museumstag
Revival des Museums?
„Open Graph“ Applikationen ermöglichen es Facebook Usern, noch mehr Aktivitäten mit ihren digitalen Freunden zu teilen. So ist es kaum verwunderlich, dass verschiedene Internet-Plattformen bereits „Open Graph“-Apps integriert haben – und Informationen direkt an den Newsfeed und die Chronik senden. Eine neue Funktion, „Frictionless Sharing“ genannt, macht’s möglich. Doch ausgereift sind viele dieser Apps noch lange nicht. Was noch alles im Argen liegt, haben sich unsere Social Media Agentur-Spezialisten mal näher angesehen.
München – Mit psycheplus.de geht heute ein innovatives Online-Angebot im Bereich Psychologie und Psychotherapie an den Start: Das von einem wissenschaftlichen Psychologen-Team entwickelte und betreute Psychologie-Portal bietet Interessierten und Betroffenen nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen ein mehrstufiges Angebot zur Früherkennung und Prävention psychischer Erkrankungen sowie bei Bedarf zur Einleitung und Begleitung erster Behandlungsschritte...